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Aktienregister und Aktionärsidentifikation


 
 

Interview mit Götz Dickert (Captrace) und Anita Schneider (Better Orange) zum Angebot der Aktionärsidentifikation


Auf welcher rechtlichen Grundlage ist die Aktionärsidentifikation möglich und ab wann ist die Identifikation das erste Mal möglich?

Götz Dickert: Aufgrund der Vorgaben der Richtlinien 2007/36/EG und 2017/828 und deren Umsetzung im ARUG II haben Emittenten von Inhaberaktien im Regulierten Markt ab dem 3. September 2020 die Möglichkeit, ihre Aktionärsstruktur im Detail zu recherchieren und zu analysieren. Die Richtlinie war bis Juni 2019 in nationales Recht umzusetzen und tritt am 3. September 2020 europaweit in Kraft.


Wird das auch in der Praxis ab dem 3. September funktionieren?

Götz Dickert: Wir sind startklar. Das System ist aufgesetzt. Auch wenn noch nicht alle europäischen Länder das in nationales Recht umgesetzt haben, so genügt für deutsche Emittenten, dass es hierzulande eine entsprechende Regelung gibt. Die Banken werden dann auch europaweit die Daten liefern müssen, entscheidend ist der Sitz des Emittenten.


Wie funktioniert die technische Umsetzung der Aktionärsidentifikation?

Götz Dickert: Der automatisierte Prozess zur Aktionärsidentifikation zwischen unserem System C - TRACE und den Intermediären erfolgt über SWIFT auf BASIS von ISO 20022. Für alle, die damit nichts anfangen können: Als Unternehmen muss man sich um nichts kümmern. Wir starten die Anfrage und aggregieren, analysieren und übermitteln dann die gesammelten Daten.


Welche Vorteile ergeben sich für Unternehmen durch die Aktionärsidentifikation?

Anita Schneider: Durch die Offenlegung der gesamten Investorenbasis auch für Emittenten mit Inhaberaktien ergeben sich für Unternehmen ganz neue Chancen, insbesondere für die Investor Relations Arbeit. Dadurch dass Unternehmen ihre Investoren nun kennen, können diese beispielsweise gezielt angesprochen werden, ein Austausch auch auf Wunsch des Emittenten ist möglich. Zudem ermöglichen regelmäßige Abfragen der Aktionärsidentifikation die Analyse von Trends und Entwicklungen, auch geografische Verteilungen der Investorenbasis können transparent gemacht werden. Dadurch kann beispielsweise auch der Erfolg einer Roadshow zukünftig besser analysiert werden. Ein besonderes Einsatzfeld sind auch Sondersituationen wie Übernahmen, Kapitalerhöhungen oder die Vorbereitung von speziellen Beschlüssen.



Welche Leistungen bieten Better Orange und Captrace im Bereich der Aktionärsidentifikation an?

Anita Schneider: Captrace und Better Orange bieten ab dem 3. September 2020 drei alternative Lösungen für die Aktionärsidentifikation – ganz nach dem Bedarf und den Wünschen der Emittenten:


Wie oft kann die Aktionärsidentifikation im Jahr durchgeführt werden?

Götz Dickert: Theoretisch so oft wie Emittenten dies wünschen. Jedoch macht eine Abfrage selbst bei einem dynamischen Wechsel der Investorenbasis vermutlich maximal alle vier Wochen Sinn, damit Trends und Entwicklungen analysiert und dargestellt werden können.


Warum macht eine Aktionärsidentifikation mit Better Orange und Captrace Sinn?

Götz Dickert: Basierend auf unserer langjährigen Erfahrung im Bereich Aktionärsidentifikation ermöglicht unsere Softwarelösung C - TRACE Gesellschaften höchste Transparenz über ihre Investorenstruktur. Damit schaffen wir die Brücke zwischen den verschiedenen nationalen Abwicklungssystemen und stellen unseren Kunden in Europa ein System zur Verfügung, das mehr kann als Daten übertragen. Wir bereiten die Daten so auf, dass sie auch verständlich sind, sprich wir entfernen Doppelbestände, transferieren die Daten in ein lesbares Design. Auf Wunsch analysieren wir Entwicklungen und Trends und bieten bei unserer Business Lösung zudem den Zugang auch mobil über unsere App zum Investoren-Management-System und der Nutzung umfangreicher IR-Tools.


Welcher Aufwand entsteht für die Unternehmen durch die Aktionärsidentifikation?

Anita Schneider: Ein sehr geringer. Better Orange übernimmt die gesamte Koordination des Prozesses und Captrace die technische Umsetzung, so dass sich der Kunde lediglich für eine der drei Lösungen entscheiden muss, diese bei uns bestellt und nach wenigen Tagen die gesamte Transparenz der Investorenbasis einfach und verständlich von uns aufbereitet zugesendet bekommt.


 

Anita Schneider

Senior Beraterin IR

„Für die Investor Relations Arbeit ergeben sich durch die Offenlegung der gesamten Investorenbasis auch für Emittenten mit Inhaberaktien ganz neue Chancen.“

 

Götz Dickert

Geschäftsführender Gesellschafter der CAPTRACE GmbH

„Wir schaffen eine Brücke zwischen den verschiedenen nationalen Abwicklungssystemen und stellen unseren Kunden in Europa ein System zur Verfügung, das mehr kann als Daten übertragen. Wir bereiten die Daten verständlich auf, entfernen Doppelbestände und transferieren die Daten in ein lesbares Design und schaffen so höchste Transparenz über Ihre Investorenstruktur.“


 

CAPTRACE GmbH


CAPTRACE Softwarelösungen vereinen technische und fachliche Expertise und schaffen Lösungen für Aktienregisterführung, Aktionärsidentifikation, Investor-Relations-Tools sowie Analyse-Systeme. Durch die Verzahnung fachlichen Know-Hows mit der entsprechenden IT-Expertise und den dazugehörigen technischen Lösungen ist CAPTRACE in der Lage, schnell auf neue Anforderungen zu reagieren. CAPTRACE bietet beispielsweise als erster Registrar in Deutschland mit seinem Register BASE.ims die Verwahrung von Kapitalanteilen sowohl in der Streifband-, der Girosammelverwahrung als nun ganz aktuell in der Blockchain.